Pannonia Ring 24.6.2005

Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit relativ günstig an einen Satz gebrauchter Slicks zu kommen. Diese waren einen Tag auf einem englischen 340R montiert und sind vorne Michelin und hinten Pirelli von Porsche UK in passenden Dimensionen für die Serienfelgen (AWI) der Elise MK1. Seit fast einem Jahr lagen diese Reifen bei mir im Keller und letztes Wochenende hatte ich endlich die Möglichkeiten das erste Mal in meinem Leben Slicks zu fahren.

Am Anfang war ich doch noch relativ nervös aufgrund der vielen Geschichten die man zum Thema Slicks hört. "Ich mußte neu Autofahren lernen" und "Viel Grip, aber wenn der abreißt bist du weg" blieben mir in bester Erinnerung. Beides ist falsch. Zunächst ist es natürlich wesentlich einfacher genauso schnell unterwegs zu sein wie mit "normalen" Reifen, weil das Gripniveau wesentlich höher ist. Zum Vergleich: ich konnte mit Yokohama A038 (Semislicks mit Strassenzulassung) Querbeschleunigungen von 1,3-1,4g und mit diesen Slicks 1,6-1,7g erreichen. Damit ist der Motor endgültig viel zu schwach um durchdrehende Räder in den Kurven zu haben. Möglicherweise liegt es auch an der Mischung der vorderen Michelin und hinteren Pirellis, dass ich hauptsächlich leichtes Untersteuern, aber nie Übersteuern hatte.

Ein wesentlicher Unterschied der Slicks zu profilierten Reifen ist allerdings die absolute Geräuschlosigkeit. Wo die A038 bei höheren Geschwindigkeiten zum Singen tendieren ist von Slicks natürlich nichts zu hören, aber auch wenn der Grip vollends abreißt und z.B. beim Anbremsen ein Rad blockiert ist nichts zu hören. Wer also lautes Quietschen braucht um zu wissen ob er zu hart auf der Bremse steht wird Probleme haben. Man merkt allerdings sehr deutlich an der wesentlich geringeren Verzögerung, daß ein Rad blockiert und kann das nach wie vor in der Elise sehr schön (kein Bremskraftverstärker) dosieren.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch jeweils die erste Runde nach einer langsamen Runde, bzw. der Fahrt duch die Boxengasse. Die warmen, weichen Reifen sammeln den Gummi auf wie in der Formel1 und damit rumpelt es die ersten Kurven wie bei einer Fahrt über eine schlechte Schotterstrasse. Der Grip ist damit sowieso gleich null, aber die Reifen sind schnell wieder sauber und außerdem auch innerhalb nur einer Runde wieder auf guter Temperatur. Ich hatte an diesem Tag einen Luftdruck (kalt gemessen) von vorne 1,6bar und hinten 1,8bar. Vom Gefühl war das soweit in Ordnung, allerdings hatte ich leider keine Möglichkeit die Temperatur der Reifen außen/innen zu messen und daher natürlich keine Ahnung ob der Druck für die Reifen in Ordnung war. Aus mangelnder Erfahrung habe ich also den Luftdruck eingestellt mit dem ich auch die Yokohama A038 gefahren bin.

   
Foto: Werner Koscher
www.koscher-pictures.at
Screenshot DL1 Analyse Software
www.race-technology.com
Foto: Jörg Wanker
panphoto.pannonia-ring.com
Video: Advan Neova vs. Slicks ca. 8,7MB
Foto: Jörg Wanker
panphoto.pannonia-ring.com
       

Natürlich hatte ich auch dieses Mal wieder den DL1 Data Logger von Race Technology dabei. Dieses Gerät hat zwei Beschleunigungssensoren (Longitudinal und Lateral bis max. 2g), eine angeschlossene GPS Antenne, ist an diverse Datenkanäle der ECU (Motorsteuergerät) angeschlossen und speichert diese Daten laufend auf eine Compact Flash Speicherkarte. Die Daten können später am PC mit einer Analyse Software ausgewertet werden (Siehe Screenshot).

Race Technology biete die Software als Freeware an, da man ohne Data Logger damit ohnehin nicht viel anfangen kann. Aber zumindest könnt Ihr euch meine Daten mit der original Software ansehen und analysieren. Unter dem Icon links könnt Ihr euch die Daten einer schnellen Slick-Runde herunterladen
und mit der Version V5 der Analyse Software für DL1 betrachten. Noch mehr RUN Daten von diversen Rennstrecken in Europa und FAQs zum DL1 gibt es übrigens in meinem Rennstrecken Forum: www.trackday.at
       
Hier könnt ihr eine DVD bestellen. Diese enthält alle Aufnahmen vom 24.06.2005 zum Preis von EUR 15,99 !