20. + 21. August 2005 - LOTUS Bergtrophy am Loser

Wenn der Lotus-Loitzl ruft, dann kommen sie alle. Egal wie das Wetter wird. Und sie kamen auch alle, auch wenn es hier nur Bilder von einem Auto gibt, dem LOTUS 49 Formel 1 von Jochen Rindt aus dem Jahr 1968. Der Besitzer, Joe Willenpart, zu seinem F1:

Mein Lotus 49 mit Chassisnummer 6 wurde 1968 gebaut, der Graham Hill wurde in diesem Jahr Weltmeister und hat mit meinem Auto den letzten Lauf in Mexico gewonnen. Im Jahr darauf, 1969, hatte Hill mit meiner Nummer 6 auf dem Montjuich-Kurs in Barcelona den bekannten Unfall, weil der hoch überm Heck liegende Flügel gebrochen ist. Das Auto war zunächst nicht sehr stark beschädigt, doch dem Jochen ist kurz darauf ebenfalls der Heckflügel gebrochen und er flog genau auf den Hill-Wagen drauf.»

In meinem Buch «Hinrichtung eines Champions» habe ich über diesen Crash geschrieben: «Noch in der Nacht vor dem Rennen borgten sich die Lotus-Monteure von den McLaren-Leuten Blech aus, um Rindts Heckflügel nochmals zu vergrößern, um dem Wagen mehr Bodendruck zu geben. Der Flügel knickte ein, und der Lotus knallte, wie von einer Riesenfaust getroffen, mit 240 km/h gegen die Leitschienen. Jochen kam mit einer gebrochenen Nase und einer schweren Gehirnerschütterung davon. Ich telefonierte in diesen Tagen nach dem Unfall mehrmals mit ihm, und er beendete das Gespräch meist sehr bald mit den Worten, du, ich muss mich wieder hinlegen, ich hab' Kopfschmerzen...»

«Für Hill hat Lotus ein neues Auto gebaut, und für Jochen wurde Hills Chassisnummer 6 repariert. Jochen ist dann mit diesem Auto weiter gefahren und am 5. Oktober 1969 hat er in Watkins Glen seinen ersten Grand Prix gewonnen. Und 1970 hat Jochen damit seinen wahrscheinlich genialsten Sieg gefeiert, in Monaco. Es war jenes unvergessliche Rennen, in dem er in der letzten Kurve an Jack Brabham vorbeifuhr, der sich unter seinem Druck verbremst hatte.»

Der berühmte Renntransporter, den Lotus 1967 auf dem Chassis eines Londoner Doppeldecker-Busses bauen liess. Mit Hilfe von Eddi Dennis und Bob Dance (Classic Team Lotus) sowie Erich Walitsch (JochenRindt.at) hat Joe Willenpart den Bus in den Gold Leaf-Team Lotus Farben restaurieren lassen. In diesem Bus haben sich Jimmy Clark, Graham Hill, Jochen Rindt und Emerson Fittipaldi umgezogen, Motorhomes gab es ja noch keine.
Montage der Onboard Kamera
Joe beim Start zum 1. Lauf
Sepp wirft sein Kapperl
das Loitzl Museum
 
Zeitenliste
 
     
Beim den ersten beiden Läufen hatte ich meine digitale Videokamera auf dem Überrollbügel des LOTUS 49 F1 von Joe Willenpart montiert. Die Aufnahmen sind weit entfernt von professionell, die Montageplatte der Kamera ist im ersten Lauf nach drei Minuten gebrochen, das Mikrofon hat wegen der unglaublichen Lautstärke des Motors direkt über den Einlasstrichtern des V8 immer wieder abgeschalten und das Bild ist auch nicht das Beste. Der zweite Lauf wurde im Regen und Nebel gefahren und die Kamera hat es tatsächlich geschafft auf die Wassertropfen auf der Linse scharfzustellen. Der Focus Infinity war wohl doch nicht eingeschalten. Trotzdem könnt Ihr das komplette Video ungeschnitten von mir auf DVD bekommen, aber beklagt euch dann nicht über die Qualität, besonders in den ersten Kehren des ersten Laufs vermittelt es die Geschwindigkeit ziemlich gut. Wenn Ihr eine DVD haben wollt, schickt mir bitte eine Mail an: wov@eli.se mit vollem Namen und Adresse.