Technisches zur Elise

Ein Schnittbild der kompletten Elise gibt es hier.
 

Als erste Firma der Welt verwendet Lotus für die Elise ein Chassis fast komplett aus Aluminum. Die einzigen Teile aus Stahl sind die hintere Crashstruktur und der Überrollbügel. Die einzelnen Teile werden zum Großteil im Strangpressverfahren hergestellt. Dabei werden Aluminumrohlinge (rund) im kalten Zustand mit extrem starken Pressen durch spezielle Matrizen gepresst, wodurch das gewünschte Profil entsteht.

Die einzelnen Teile werden dann zu dem fertigen Chassis verklebt. Der Klebstoff wurde von Ciba speziell für Lotus entwickelt. An manchen Stellen wird das Chassis zusätzlich durch Nieten verstärkt, aber Lotus behauptet, daß das nicht notwendig wäre. Die Firma Hydra Aluminium fertigt die Einzelteile und verklebt sie. Nach dem Verkleben wird das komplette Chassis inkl. Aufspannung für 2 Stunden in einem Ofen bei 200°C erhitzt, wobei der Kleber aushärtet.

Auch Renault entwickelte für den Spider ein Chassis komplett aus Aluminium, konnte aber keinen Hersteller finden, welcher genug Know-How hatte um es zu kleben. Der Vorteil am verklebten Chassis der Elise ist die Göße der Klebestellen, welche wesentlich größer sind als Schweißnähte. Dadurch können die Blechstärken dünner gewählt werden was wiederum Gewicht spart. Außerdem schwächt jede Schweißnaht das umliegende Material, wodurch wiederum größere Wandstärken notwendig werden. Der Renault Spider hat ein geschweißtes Chassis und wiegt knapp 1000kg. Die Elise aber nur ca. 750kg.

Der "Witz" der ganzen Geschichte ist, daß das Chassis des Spider in der selben Firma geschweißt wird wie das der Elise geklebt. Die Produktion des Spider wurde wegen Erfolglosigkeit 1998 eingestellt.

Die Karosserie der Elise besteht komplett aus Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK). Die Teile werden in einem sehr aufwendigem Verfahren per Hand einzeln in Negativformen produziert. Der Vorteil dabei ist das geringe Gewicht und auch die Optik der fertigen Teile. Weder Front noch Heck könnten in irgendeinem anderen Verfahren in jeweils einem Teil hergestellt werden.

Leider verliert die Elise mit der neuen Ausführung MkII diesen optischen Vorteil, weil das Verfahren für Lotus auf Dauer zu teuer wurde. Die Elise MkII besteht aus wesentlich mehr einzelnen Karosserieteilen, welche in einemdeutlich günstigerem Verfahren hergestellt werden. Leider schlägt Lotus diese Kostenersparnis nicht auf den Preis der MkII um. Ganz im Gegenteil - die "Neue" ist sogar um einiges teurer als die "Alte". Der Nachteil der großen Karosserieteile sind die hohen Kosten welche schon bei relativ geringen Schäden entstehen. Sowohl das vordere als auch das hintere Karosserieteil kostet unlackiert ca. DM 3000,--